Flitterwochen auf Bali: Ideen für Ausflüge


Bali ist eine der kleineren indonesischen Inseln – und dennoch eine der vielschichtigsten. Mit zahlreichen Naturschauplätzen, weiten Stränden und Kulturdenkmälern bietet sie ein breites Angebot an Ausflugszielen und Erholungsmöglichkeiten. In der Hauptstadt Denpasar dagegen tobt das Leben.

Tempel in Bali

1. Nationalpark Bali Barat

Primärwald auf BaliEinen guten Eindruck davon, was Indonesien im Herzen ausmacht, bietet der Nationalpark Bali Barat. Mit 190 Quadratkilometern Fläche, wovon 158 Quadratkilometer Landfläche sind, ist das Reservat groß angelegt. Dahinter steht das Hoffen, auch Vögeln einen geeigneten Lebensraum zurückzugeben. Insbesondere der Balistar war bei Eröffnung des Parks 1995 stark gefährdet. Heute ist die Population wieder gestiegen, wenngleich Wilderei immer noch eine Bedrohung darstellt.

Der Park ist mit geführten Touren begehbar. Ausdauernde können auch einen Tagesmarsch um die Halbinsel herum wagen und so vielleicht ungestört auf eine der vielen Vogelarten treffen sowie die ausgeprägten Mangroven kennenlernen. Inmitten des vielen Grüns erhebt sich der Gunung Patas mit 1.412 Metern. Mit ihm zeigt Bali Barat noch einmal, dass auch in Höhenlagen das tropische Ökosystem mit seiner Schönheit überzeugt.

2. Pulau Menjangan

Korallen vor BaliDirekt neben Bali Barat liegt die kleine Baliinsel Menjangan. Ihr nächster Ausläufer ist lediglich 150 Meter von der Küste der großen Insel entfernt, sodass sie im geschützten Bereich liegt – und dadurch sowohl an Land als auch im umliegenden Gewässer einen bewundernswerten Artenreichtum aufweist.

Im Inneren der unbewohnten Insel gibt es noch eine kleine Population von Java-Hirschen. Daher stammt auch der Name Menjangan, was soviel wie “Hirsch” bedeutet. Da es auf der gesamten Insel allerdings keine natürliche Süßwasserquelle gibt, ist es hier sehr trocken – und Reptilien in großen Mengen vorhanden. Dazu zählen auch viele Arten von Giftschlangen, weswegen von einer Wanderung auf eigene Faust abgeraten wird.

Die Strände dagegen sind frei von gefährlichem Wild. Sie bieten besonders für erfahrenere Taucher ausgezeichnete Spots. Eine Zählung in den sechziger Jahren hat ergeben, dass sich hier mehr Korallenarten als in der Karibik finden. Darüber hinaus bieten zahlreiche Steilwände außergewöhnlich bizarre Unterwasserwelten. Durch die warme Strömung und das geringe Verkehrsaufkommen in der Gegend ist die Tierwelt äußerst reich ausgestattet. So zeigen sich oft Skorpion-, Napoleon- und Fledermausfische,  Zackenbarsche, Barrakudas oder Pygmy Seepferdchen.

3. Monkey Forest in Ubud

Affendenkmal auf BaliEin anderes Naturreservat ist der inmitten von Bali gelegene Monkey Forest von Ubud. Hier leben wohlbehütet in weitestgehend natürlicher Umgebung viele Hundert Exemplare des Macaque-Primaten. Dieser Affe gilt im balinesischen Hinduismus als Verkörperung sowohl der positiven als auch der negativen Kräfte. Ein schützenswerter Zustand, der im Reservat in vielen Ausprägungen zu bewundern ist.

Neben den Affen und ihrem Naturpark gelten die Tempel als architektonische Attraktion. Die größte Aufmerksamkeit wird hier  dem Pura Dalem Agung Padangtegal zuteil. Dieser Haupttempel besteht aus einer großen Anlage mit zahlreichen Figuren und Schreinen, eingeschlossen von der reichhaltigen Vegetation des Parks. Darüber hinaus liegen noch der Bathing Tempel, das Lingga Yoni und viele kleinere Schreine mit typisierten Affen- und Heiligenstatuen im Parkverlauf. Kultur und Geschichte Balis gepaart mit Natur: Mindestens eine Reise wert.

4. Gunung Batur

Vulkan auf BaliDas indonesische Archipel ist bekannt für seine Vulkane. Der Ring of Fire beherbergt unter anderem so bekannte Störenfriede wie den Krakatau oder Karangetang. Auch Bali weiß sich zu behaupten: Auf der Insel steht mit dem Gunung Batur ein bis heute aktiver Vulkan. Ein schwerwiegender Ausbruch ist nicht zu befürchten. Kleinere Eruptionen dagegen können teilweise mehrmals täglich beobachtet werden.

Seinen Ursprung hat der heutige Batur im ursprünglich größeren Vulkan, der vor etwa 20.000 Jahren eruptierte und so eine Caldera entstehen ließ, die den gesamten Westen Balis erschuf. Sie bildet eine Reihe von Gipfeln die sich klar von dem Nachbarvulkan Gunung Agung abgrenzen. Die Region um die Vulkane ist bewohnt und wird von Reisbauern ob der fruchtbaren Böden genutzt. Bekannte Dörfer und gute Ausgangslagen für Ausflüge sind Kedisan, Toya Bungkah und Kintamani.

5. Reisterrassen

Traditioneller Reisanbau auf BaliEines der meist gedruckten Postkartenmotive aus Südostasien ist die gemeine Reisterrasse. Wer auf Bali ist, kommt in die Möglichkeit diese eindrucksvolle Form der Landwirtschaft einmal in echt zu bewundern. Schließlich ist rund ein Viertel der Insel mit dem Reisanbau kultiviert. Dank des stetig warmen, tropischen Wetters und der fruchtbaren Vulkanböden sind Ernten bis zu viermal im Jahr möglich. Aus diesem Grund ist das Gros der Reisfelder an den Hängen der Batur- oder Agung-Calderen gelegen.

Der Reisanbau hat auf Bali lange Tradition. Die weiten Berghänge werden seit vielen Hundert Jahren mit dem klassischen Bewässerungsverfahren betrieben. Über ausgeklügelte Naturleitungen sickert Wasser die Kaskaden herab und bewässert so die durstigen Pflanzen. Wer die Arbeit, die prägenden, leuchtenden Grüntöne der Hänge und die Ernten selbst entdecken will, schafft das am besten bei Jatiluwih oder in den Zentralregionen Balis wie Ubud.

6. Gitgit Wasserfall

Stürzende Wasser auf BaliDer Gitgit Wasserfall liegt in der Nähe der Städte Singaraja und Lovina im Norden Balis. Auf über 300 Metern Höhe befindet sich das Hochland der Gitgit-Region, in der zwischen zahlreichen Tropenpflanzen natürliches Süßwasser aus 35 Metern Höhe in einen See fällt.

Im Hintergrund des schmalen Falles steigt die Region weiter an, sodass sich das Panorama eines klassischen Regenwaldes wie ein Postkartenmotiv entfaltet. Nicht selten sind Affen am Fuße des Gitgit zu sehen, die von dem frischen Quellwasser trinken wollen. Ein kleiner Ausflug, der die atemberaubende Schlichtheit der Tropen zum Ausdruck bringt.

7. Botanischer Garten bei Bedugul

Hochwald mit Primärvegetation auf BaliBedugul ist eine Region im Herzen Balis. Die Hochebene verfügt über Seen, reiche Vegetation und die nötigen Auflagen zum Schutze all dessen: Seit 1959 befindet sich hier der botanische Garten Kebun Raya. Über mehr als 1,5 Quadratkilometer erstreckt sich das Gebiet des Reservats, das neben der Natur auch Tempel und Heiligenstatuen beheimatet.

Wegen seiner Lage fernab der Küsten wird die Region von den großen Touristenströmen zumeist gemieden. Ein Vorteil für alle Überzeugten, denn dadurch und wegen der Fläche verläuft sich der Besuch rasch. Eine weitere besondere Eigenheit ist, dass das Gelände auf 1.250 bis 1.450 Metern über dem Meer liegt und hier somit kühlere Temperaturen als an der Küste herrschen.

Der Pflanzenvielfalt tut das jedoch keinen Abbruch. Mit über 1.000 Pflanzenarten, darunter etwa 320 Orchideenvariationen, zeigt dieser Park einmal in geschlossenem Raum, wie variabel die Tropen sein können. Gewächshäuser mit weiteren Ausstellungen, ein Wild- und Kletterpark sowie zahlreiche Rundgänge weiten das Angebot aus, sodass ein Tagesausflug hierher fast nicht ausreicht.


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