Flitterwochen auf Sardinien: Ideen für Ausflüge


Strand von Sardinien

Sardinien ist mit gut 24.000 Quadratkilometern Fläche die zweitgrößte Insel im Mittelmeer und ein europäisches Paradies: Hier werden die klassisch-römische Kultur und Architektur mit den Genüssen des Mittelmeeres und den Vorzügen des mediterranen Klimas gepaart. Es gibt Vieles zu entdecken, was dem europäischen Festland verborgen bleibt – insbesondere in Flora und Fauna.

1. Grotta di Nettuno

Neptunsgrotte auf SardinienIm Osten Sardiniens warten gleich mehrere Ziele auf ihre Entdeckung, in dessen Mittelpunkt die Neptunsgrotte steht.

Eingangs bietet sich die Stadt Alghero an. Mit dicken Mauern aus der Zeit römischer Klassik gilt die Stadt als traditionsreiches Beispiel italienisch-europäischer Historie. Die Wurzeln reichen 6.000 Jahre in die Vergangenheit zurück und auch heute noch ist Alghero etwas Besonderes: sie ist wichtiger Bewahrer der katalanischen Kultur und gilt als katalanische Sprachinsel.

Umgeben ist Alghero von zahlreichen kleineren Dörfern, die größtenteils eine schnelle Anbindung an die weitere Sensation dieser Küste bieten: Das kristallene Meer. Mit den schroffen Küsten und ins Meer stechenden Felsen ist diese Region ein einmaliges Taucherparadies. Durch die warmen Strömungen tummeln sich hier häufig Delfine. Exkursionen mit Booten bieten den Einstieg ins Wasser weit vor der Küste.

Das Highlight ist allerdings die Neptunsgrotte. Am Ende eines Felsvorsprungs gelegen bewundert schon der Zugangsweg: Über mehr als 600 Stufen muss eine 110 Meter hohe Felswand abgewandert werden, um zum Eingang der Grotte zu gelangen. Dieses liegt einen Meter über dem Meeresspiegel. Hat man die Höhle erreicht, tut sich ein weitverzweigtes System an Gängen auf, die insgesamt einige Kilometer ausmachen. Innerhalb der Höhle sind Salzseen, Tropfsteinformationen und skurrile Kalkablagerungen zu bewundern. Diese sehen durch die verwunschene Ausleuchtung tatsächlich aus wie die Herberge des Meeresgottes.

2. Costa Smeralda

Smaragdenes Meer bei SardinienDas smaragdene Meer gab der Costa Smeralda ihren Namen – und gilt als besonderes Merkmal des 120 Kilometer langen Küstenstreifens, der etwa von Palau im Norden bis Olbia im Süden reicht.

Hier ist die für Sardinien typische schroffe Küste oft von offenen Stränden durchbrochen. So drängt sich der Wunsch nach einem klassischen Badeurlaub schlicht auf. Die Küste hat aber noch mehr zu bieten. Die zahlreichen Dörfer der Region bieten italienische Reinkultur fernab des Urlaubstrubels. Eisdielen und Imbisse entlang der Strände runden das Gefühl unbeschwerten Daseins ab. Im Inland bieten schroffe Felsformationen und die widerspenstige Buschvegetation viele Wege als Ziel für Wanderungen, sollte es an der Küste einmal zu salzig werden. Wer einfach ausspannen will, ist hier genau richtig.

3. Porto Cervo

Das Cannes von SardinienPorto Cervo ist ein klassischer Urlaubsort, der als Mittelpunkt der Costa Smeralda die optimale Ausgangslage für Reisen in die Region bietet. Ganz nebenbei hat sich der Ort selbst als Cannes von Sardinien gemacht und gilt heute als beliebtes Reiseziel Vermögender und Jetsetter.

Der Ende des letzten Jahrhunderts gewachsene Ort beherbergt heute zahlreiche Anlegeplätze, die mit Jachten und Luxusbooten aufwarten können. So bietet der Rundgang am Hafen mit dem ansteigenden Dorf im Hintergrund ein Bild von Eleganz und Charme. Dies zeichnet sich auch in der Architektur ab, die moderne mit klassisch-sardischen Elementen verbindet. Im Mittelpunkt des mit Segel- und Yachtclubs reichen Ortes liegt die Piazette, gesäumt mit Restaurants und Lokalen. Hier kann man genießen, was Sardinien in aller Welt besonders auszeichnet: Die gute Küche mit reichhaltigen Gemüsevariationen, Meerestieren und kräftigem Wein.

4. Capo Testa

Zerklüftete Insel bei SardinienEine kleine Halbinsel als nördlichstes Anhängsel von Sardinien fordert große Aufmerksamkeit: Capo Testa bezaubert durch schroffe Felsformationen, die über Jahrhunderte von Wasser und Wind gezeichnet und geschliffen wurden.

Hier zeigt sich, was mediterrane Geografie auszeichnet. Sanft geschwungene Hügel, die mit zahlreichen Büschen und Sträuchern bewachsen und von Felsen durchbrochen sind. Besonders ist: Die Granitfelsen sind durch den stetig vom Meer herein wehenden, salzigen Wind geschliffen und stellen nicht selten Tiergestalten naturgetreu dar. Das gab ihnen passende Namen. Zugleich bieten die ins Wasser hereinragenden Felsen ausgezeichnete Kulissen zum Schnorcheln und Tauchen. Unterbrochen sind die steinigen Gebiete immer wieder von malerischen Sandstränden, die flach ins kristallklare Meer hineinlaufen.

Ebenfalls auf der Insel befinden sich einige interessante Kulturgüter wie den alten Leuchtturm, den schon von Römern genutzten Steinbruch oder das Valle di Luna. Dieses Mondtal verdankt seinen Namen den Mondscheinfesten, die hier von Hippies abgehalten worden waren. Ein kleiner Zipfel Sardiniens nur – doch mindestens einen Tagesausflug wert.

5. Punta La Marmora

Gebirgszug auf SardinienNicht das Dach der Welt, aber das Dach Sardiniens: Der Punta La Marmora ist mit 1.834 Metern der höchste Gipfel der schönen Mittelmeerinsel. Er liegt im Osten inmitten des Gennargentu-Massivs als höchster Gipfel eines halbkreisförmigen Schiefergebirgskamms. Dieser gilt als das raue Herz der Insel.

Perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen in das Gipfelgebiet bietet die Talstation des zugehörigen Skilifts an der Bruncu Spina. Von hier aus führen zahlreiche Wege hinauf – einige kürzer, steil und schroff, andere ausgedehnter und gemütlicher.

Den Anstieg über ist der Weg gesäumt von zahlreichen Steinfiguren und Bachläufen. Hat man den Gipfel selbst erreicht, kann man eine sagenhafte Aussicht über Sardinien und sogar bis hinüber nach Korsika genießen. Zu Bedenken gilt, dass auch an heißen Tagen äußerst milde Temperaturen von etwa 15 Grad weniger als an der Küste anzutreffen sind. Daher sollte die Kleidung mit Bedacht gewählt werden, denn mit etwas Glück läuft man in Gipfelhöhe sogar noch auf Schnee.

6. Die Porphyrfelsen von Arbatax

Basaltgestein an der Ostküste SardiniensSüdlich ans Gennargentu-Massiv grenzt das etwas seichtere Flachland bei Tortilo. Direkt in Küstennähe hierzu liegt der beschauliche Fährhafenort Arbatax, berühmt geworden durch die weltbekannten Porphyrfelsen.

Diese roten Felsen, die wie Fialen einer Kathedrale aus dem Meer ragen, sind wohl die meistfotografierte Attraktion dieser sardischen Region. Jedoch kann kein Foto nachahmen, wie die rote Felsformation tatsächlich wirkt, wenn sie aus dem kristallinen Meer auftaucht.

7. Asinara

Verwunschene Insel bei SardinienDen nördlich-westliche Zipfel Sardiniens stellt die Insel Asinara dar. Das etwa 50 Quadratkilometer große Eiland war lange Zeit als Gefängnisinsel genutzt worden und gilt mit nur einem Einwohner als unbewohnt.

Der Beigeschmack als “Alcatraz von Italien” ist gegeben, wenngleich heute nur noch Historie: Seit dem Ersten Weltkrieg war Asinara Gefangenenstätte. Erst für österreichische Kriegsgefangene, später für festgenommene Mitglieder der Mafia. Erst im Jahr 1997 ist die Insel von Gefangenen befreit oder besser: das Gefangenenlager beendet worden.

Heute gilt die Insel als Erholungsort der Natur. Denn praktisch unbewohnt breiten sich heimisch Blumen- und Straucharten prächtig aus. Bewundern kann man das per Wanderung über die teilweise von Felsen zerklüftete Insel. Besondere Tiere der Insel sind die leuzistischen Esel. Die Albino-Tiere sind neben Mufflons und verschiedenen Vogelarten hier wieder ausgewildert worden.

Für Interessierte bietet sich hier auch eine Schnorchelexkursion an. Zahlreiche Höhlen und Felsvorsprünge ragen ins Meer hinein, sodass der Erkundungsreichtum schier unbegrenzt ist.

8. Parco del Sulcis

Natürliche Vegetation auf SardinienHier im Parco del Sulcis beginnen die Anfänge der Besiedelung Sardiniens. Mindestens seit 6.000 v. Chr. ist diese Gegend, insbesondere die vielen Höhlen der Region, besiedelt. Zahlreiche Funde aus der vorrömischen Zeit belegen die erste Zivilisation sowie deren Entwicklung: Aus einer Grotte beim Monte Miana wurde die Zeichnung einer Sanduhr geborgen.

Zu bewundern ist außerdem die vielfältige Natur mit zahlreichen skurrilen Steinformationen. Unter anderem wurde hier der Terrazzu, der größte Menhir Sardiniens, gefunden. Mindestens Asterix und Obelix-Fans dürften an diesem exorbitanten Hinkelstein vom Parco del Sulcis interessiert sein.

9. Penisola del Sinis

Gemütliche Halbinsel von SardinienDie Halbinsel Sinis ist eine Art Naherholungsgebiet von Sardinien. Mittelpunkt ist der nicht auf der Insel liegende Ort Cabras. Von hier aus starten täglich Fischer in das fischreichste Binnengewässer Sardiniens, den Stagno di Cabras. Dieses ist durch Kanäle mit dem Mittelmeer verbunden und im Westen von der Sinis-Halbinsel umschlossen.

Die Sinis selbst ist karg und kaum bewohnt – bietet dadurch allerdings einen besonderen Reiz. Schließlich ist hier ungestörtes Entspannen an der weitläufigen Küstenregion auch im touristenreichen Sommer möglich. Im Winter dagegen sind in den zahlreichen Salzseen Hunderte überwinternder Flamingos zu bewundern.

Die Dörfer der Halbinsel bieten zahlreiche gemütliche Hotels und gute Anbindungen an die wichtigsten Strände. Im Norden locken besonders Steilküsten und bis dort grenzende Kiefernwälder. Zweisame Flitterwochen sind von allen reizenden Zielen Sardiniens hier am besten möglich.

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