Kredit für Hochzeit aufnehmen: Unter welchen Bedingungen klappt das?


Hochzeitskredit: Bedingungen und Voraussetzungen für Arbeitnehmer sowie Selbständige im Überblick

Die Checkliste ist lang und kostspieleig: Brautkleid, Hochzeitslocation, Flitterwochen, Hochzeits-Catering – eine Hochzeit ist arbeitsintensiv und nicht gerade billig. Deshalb greifen heutzutage viel Paare auf einen Hochzeitskredit zurück um ihre Hochzeit finanzieren zu können. Aber ist ein Kredit wirklich immer eine gute Idee? Worauf müssen Sie als privater Kreditnehmer achten? Und unter welchen Voraussetzungen bekommen Sie einen Hochzeitskredit genehmigt?

Voraussetzungen für einen Hochzeitskredit

Damit Ihr Kredit für die Hochzeit genehmigt wird, müssen Sie einige Bedingungen erfüllen. Diese Voraussetzungen werden von kreditgebenden Banken verlangt:

  • Volljährigkeit – Erst nachdem Sie das 18. Lebensjahr vollendet haben, sind Bürger in Deutschland voll geschäftsfähig. Dazu gehört auch ein Kreditantrag. Heiraten darf man ohnehin erst bei Ehemündigkeit und die erlangt man in Deutschland mit der Volljährigkeit.
  • Hauptwohnsitz und Konto in Deutschland – sobald Sie einen Hochzeitskredit in Deutschland beantragen, gehen die Kreditinstitute davon aus, dass Sie Ihren Wohnsitz und Ihre Bankverbindung ebenfalls in Deutschland haben. Und natürlich wird das geprüft.
  • Keine Probezeit des Beschäftigungsverhältnisses – Sie als Arbeitnehmer, müssen seit mindestens 6 Monaten bei demselben Arbeitgeber beschäftigt sein, um einen Hochzeitskredit genehmigt zu bekommen. Denn die Kündigungsfristen sind in den ersten 6 Monaten (Probezeit) verkürzt, was ein Risiko für die Kreditvergabe darstellen würde.
  • Unbefristetes Arbeitsverhältnis – Angestellte mit befristeten Arbeitsvertrag haben oftmals keine oder nur schlechte Chancen auf einen Hochzeitskredit. Ein unbefristeter Arbeitsvertrag ist daher höchste Priorität für einen Kredit. Es gibt aber auch Banken, für die es reicht, dass der befristete Arbeitsvertrag zumindest die Zeit der Ratenzahlung abdeckt. Dann erhalten Sie auch einen Kredit trotz befristetem Vertrag (wenn die Bonität gut ist und auch sonst keine Bedenken bestehen).
  • Einkommensnachweise – Bei den meisten Kreditanträgen werden Einkommensnachweise verlangt. Mit diesen belegen Sie, dass Sie über ein ausreichendes Einkommen verfügen, damit Sie Ihren Hochzeitskredit fristgerecht zurückzahlen können. Ausreichend heißt, dass Sie von diesem Einkommen in der Lage sind Miete, Nebenkosten und Lebenshaltungskosten zu zahlen und darüber hinaus noch genug übrig bleibt um alle weiteren üblichen Kosten sowie die Kreditrate zu finanzieren. Oftmals gehört hier auch das Überprüfen der Kontoauszüge dazu. Dabei vergleichen die Kreditbanken die Geldeingänge und -ausgänge mit den von Ihnen getätigten Angaben.
  • Gute Bonität und keine negativen Schufa-Einträge – Mit einer negativen Kreditwürdigkeit haben Sie in der Regel keine Chance auf einen Hochzeitskredit.

Vorsichtig sollten Sie sein, wenn von Ihnen gar keine Unterlagen verlangt werden. Unseriöse Anbieter werben mit kostenlosen Krediten und schnellen Kreditkarten von MasterCard oder Visa. Vor solchen unseriösen Anbietern warnen Verbraucherzentralen regelmäßig.

Hochzeitskredit, wenn man schon einen Kredit am laufen hat?

Bei einem Kreditantrag ist nicht die Anzahl der laufenden Kredite entscheidend, sondern die daraus resultierende Summe der monatlichen Raten und der regelmäßigen monatlichen finanziellen Mitteln um die Kredite abzubezahlen. Wenn Sie also schon mit der Abzahlung von einem Kredit Schwierigkeiten haben sollten, würde ein weiterer Kredit möglicherweise zu Überschuldung führen. Das werden Sie spätestens feststellen, wenn Ihre Bonität bei der Beantragung eines Hochzeitkredites geprüft wird.

Sollten Sie sich dennoch dafür entscheiden, einen Kredit für die Hochzeit aufzunehmen, obwohl Sie schon einen oder mehrere Kredite bedienen, dann wird Ihnen das nur genehmigt, wenn Sie auch finanziell dazu in der Lage sind, einen weiteren abzubezahlen. Eventuell macht es dann auch Sinn über eine Umschuldung nachzudenken und beide Kredite zusammenzulegen, wenn der Zinssatz dabei günstiger wird.

Welche Sicherheiten und Unterlagen brauche ich zur Beantragung eines Hochzeitskredites?

Welche Unterlagen, um einen Hochzeitskredit aufzunehmen, benötigt werden, hängt stark von der Berufs- und Personengruppe ab. Angestellte oder Arbeitnehmer müssen der Bank andere Unterlagen vorlegen, als Selbstständige, Freiberufler und Rentner.

Angestellte müssen dem Kreditinstitut Ihre Lohn- und Gehaltsabrechnung der letzten zwei bis drei Monate vorlegen. Oftmals fordern Banken ebenfalls eine Selbstauskunft des Antragnehmers. Mithilfe dieser Unterlagen kann sich die Bank einen Überblick über Ihre laufenden Einnahmen und Ausgaben verschaffen.

Rentner müssen, statt der Gehaltsabrechnung, die Rentenbescheide vorzeigen.

Im Gegensatz zu den Angestellten, können Freiberufler und Selbstständige nie garantieren, über einen längeren Zeitraum gleichmäßigen Verdienst zu erhalten. Deswegen muss ein Freiberufler oder Selbstständiger andere Unterlagen vorlegen, als ein Angestellter. Mögliche Unterlagen bzw. Bescheide dafür sind eine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA), Kontoauszüge, Einnahmen-Überschussrechnung oder eine Verlust- und Gewinnabrechung.

Neben klassischen Banken als Kreditgeber gibt es auch seriöse Kredit-Anbieter, die mit Partnerbanken zusammenarbeiten und das beste zum Antragsteller passende Kreditangebot finden. Bon-Kredit beispielsweise verhandelt nach eigenen Angaben mit bis zu 20 verschiedenen Banken. Solche Dienste erleichtern natürlich die Suche nach einer passenden Bank und erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine Zusage.

Wer aufgrund seiner beruflichen Situation keinen Kredit bekommt, obwohl er sich sicher ist, den Hochzeitskredit problemlos tilgen zu können, sollte nicht versuchen die Bank zu überzeugen, sondern einen oder mehrere Bürgen überzeugen. Wenn z.B. Eltern oder Schwiegereltern für Ihre Verpflichtungen bürgen können, erhalten sie auch eine Finanzierung, sofern die Bank davon ausgehen kann, dass das Kreditrisiko dadurch akzeptabel wird.

Es existieren übrigens keine gesetzlichen Regelungen darüber, wonach bestimmte Arten von Sicherheiten nur bei bestimmten Kreditformen verlangt werden könnten (siehe BaFin-Antwort zur Frage: Welche Sicherheiten darf eine Bank für einen Kredit verlangen?)

Wann macht ein Hochzeitskredit Sinn?

Ist ein Hochzeitskredit sinnoll? Ja oder nein?

Finanzieller Druck kann die Ehe in den ersten Jahren auf eine harte Belastungsprobe stellen.

Bei jedem Privatkredit gilt das Motto “Je weniger Geld Sie sich leihen, desto besser”. Schließlich muss der Kredit auch wieder abbezahlt werden. Bevor Sie sich für einen Hochzeitskredit entscheiden, kommt es vor allem darauf an, die Hochzeit einmal gut durchzuplanen (hier eine vollständige Checkliste). Sind alle Ausgaben wirklich nötig? Kann man den Rahmen der Feierlichkeit nicht doch etwas verkleinern und sich bescheidener zeigen, und dafür lieber später eine bessere finanzielle Lage zu erlangen anstatt sich zu verschulden?

Diese Fragen sollten individuell und wohlüberlegt beantwortet werden. Dabei sollten Sie so realistisch wie möglich bleiben. Seien Sie sich bei der Planung der Hochzeit bewusst, wie viele finanzielle Mittel Ihnen tatsächlich zur Verfügung stehen und wie viel über Kredit finanziert werden müsste. Um eine Hochzeit zu finanzieren, macht es Erfahrungen zufolge Sinn, vor dem Kredit unnötige Kleinigkeiten zu reduzieren. Dabei können Sie schon mit der Reduzierung der Anzahl der Gäste beginnen.

Vielleicht kommt ja auch eine Trauung zu Zweit in Frage, so dass Sie nur einen Polterabend mit Familie und Freunden feiern. Fakt ist, dass ein Hochzeitskredit nur dann sinnvoll wäre, wenn Sie Ihren Kredit innerhalb von wenigen Jahren zurückzahlen können. So minimieren Sie das Risiko, dass die Ehe über einen längeren Zeitraum unter Druck gerät.

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