Die Ehe auf dem Prüfstand – Wie kommen wir durch die Corona-Zeit?


Ehe in Corona-Zeit Die Corona-Pandemie verlangt uns allen viel ab. Neben der zahlreichen anderen Sorgen wird auch die Ehe auf eine große Belastungsprobe gestellt. Paare, die sonst nur rund ein Drittel ihrer Zeit gemeinsam verbringen, müssen nun nahezu rund um die Uhr miteinander auskommen und die außerordentlichen Belastungen gemeinsam tragen. Kann eine Ehe das aushalten? Und wie soll das funktionieren?

Unerwartete Belastungen im Ehealltag

Seit März 2020 hat sich das Coronavirus auch in Deutschland rasant verbreitet. Nahezu täglich gab die Bundesregierung neue Anweisungen zum Verhalten im täglichen Leben heraus. Bald schon galten strikte Kontaktverbote, Geschäfte und alle öffentlichen Einrichtungen wurden geschlossen, die Kinder mussten von den Eltern zu Hause unterrichtet werden. Viele Unternehmen meldeten Kurzarbeit an oder schickten ihre Angestellten ins Homeoffice, während die sogenannten “systemrelevanten Arbeitskräfte” wie Krankenschwestern, Altenpfleger und Kassierer am Limit ihrer Belastungsgrenze arbeiteten.

Der Alltag wurde für fast alle Menschen auf der Welt stark eingeschränkt, auch in Deutschland. Plötzlich verbrachten Paare und Familien ihre gesamte Zeit miteinander ausschließlich zu Hause. Dies brachte für viele Paare große Belastungen für die Haltbarkeit ihrer Liebe mit sich, einige Ehen halten dem Stress leider nicht stand. Unsere Infografik visualisiert das Thema:

Infografik über Freizeittrends während der Corona-Isolation
Für die ganze Infografik das Vorschaubild klicken (Quelle: www.besteonlinecasinos.com)

In der Zeit vor der Corona-Pandemie gingen beide Partner morgens aus dem Haus, verbrachten ihre Arbeitszeit im Büro oder Geschäft unter Kollegen. Einer fuhr nach Feierabend am späten Nachmittag noch für einen Zumba Kurs ins Fitnessstudio, der andere schaute spontan bei einem Freund vorbei. Abends traf man sich dann zu einem gemeinsamen Abendessen zu Hause, hatte zahlreiche Neuigkeiten zu besprechen und war ausgelastet vom Alltag.

Während der Pandemie saß nun einer im beengten Homeoffice, während der andere unter der Langeweile und den finanziellen Sorgen der Kurzarbeit litt. Es gab keine Ablenkung in Form von Hobbies und Freunden, man konnte sich nicht aus dem Weg gehen. Eventuell mussten Eltern noch die Kinder unterrichten und gerieten dabei an ihre Grenzen.

Zukunftsängste, finanzielle Engpässe, Sorgen um die Gesundheit, den Arbeitsplatz, die Beschäftigung und der Unterricht der Kinder, dazu ständiges Aufeinanderhocken in der begrenzten Umgebung der eigenen Wohnung, brachten Konflikte mit sich oder verstärkten bereits bestehende Konflikte innerhalb der Ehe.

Hält die Ehe den Druck aus?

Verschiedene Faktoren tragen dazu bei, dass beide Partner sich in der erzwungenen Nähe zunehmend voneinander entfremden, sich gegenseitig nerven, Streit über Kleinigkeiten eskaliert. Einige Menschen greifen in der Isolation auch häufiger zur Flasche, wie eine Studie des Zentralinstituts für seelische Gesundheit in Mannheim in Kooperation mit dem Nürnberger Klinikum untersucht hat. Demnach hätten 37% der Befragten deutlich mehr Alkohol als vor der Pandemie konsumiert.
Was hilft einem Paar dabei, das Gleichgewicht ihrer Beziehung wiederzuerlangen, trotz allen Widrigkeiten die Liebe am Leben zu erhalten und so gemeinsam und vielleicht sogar gestärkt aus der Krise hervorzugehen?

Welche Lösungen gibt es denn?

Für eine dauerhaft glückliche Ehe sind Gespräche und gegenseitiges Verständnis das A und O. Beide Partner sollten sich in Ich-Botschaften sagen, wie sie sich in der Situation fühlen, welche Ängste sie bedrücken und was sie sich für ihre Ehe während und nach der Corona-Zeit wünschen. Ehrlichkeit ist das Gebot der Stunde! Darüber hinaus sollte jeder sich in sein Gegenüber hineinversetzen, sich um Verständnis für dessen Sorgen bemühen und konstruktive Kritik als willkommene Hinweise zur Verbesserung des eigenen Verhaltens annehmen.

Abstand voneinander sorgt dafür, dass beide Partner einmal durchatmen können, Zeit für sich haben und ihre Gedanken ordnen können. Auch wenn viele Einrichtungen geschlossen sind, kann ein Spaziergang im Park oder eine Joggingrunde im Wald sehr guttun. Aber auch in der Wohnung kann man einfach voneinander Abstand nehmen. Einer kann es sich ganz allein mit der Lieblingsserie im Wohnzimmer gemütlich machen, während der andere mit einem guten Buch in der Badewanne liegt.

Die häuslichen Aufgaben und die Kinderbetreuung sollten beide Partner gerecht untereinander aufteilen. Wenn man täglich 24 Stunden zu Hause ist, dann entwickelt sich deutlich mehr Chaos, als wenn alle Bewohner einer Wohnung täglich acht Stunden außer Haus arbeiten. Ein Haushaltsplan kann Abhilfe im Chaos schaffen, das Homeschooling der Kinder kann untereinander je nach persönlicher Stärke aufgeteilt werden. So werden Konfliktsituationen entzerrt.

Auch in der räumlichen Isolation kann man sich Anregungen von außen holen. Eine Videokonferenz mit gemeinsamen Freunden, dazu ein Gläschen Wein und entspannende Musik, schon fühlt man sich fast wie beim monatlichen Treffen in der Lieblingsbar. Hier ist etwas Kreativität gefragt.

Alternative Konzepte

Seit einigen Jahren werden überall in Europa Konzepte zur Ehe auf Zeit diskutiert. Dieses Konzept sieht sozusagen eine “Probezeit” für die Ehe vor, in der beide Partner sich darüber klar werden können, ob sie sich dauerhaft binden wollen, auch wenn Krisen die Ehe über einen langen Zeitraum belasten. Zugegeben, für bereits Verheiratete Paare sind solche Konzepte wohl eher ungeeignet. Die Corona-Krise gehört zu den größten Herausforderungen, die eine Ehe belasten kann. Ist sie aber erstmal überstanden, wird die Ehe wohl gestärkter als jemals zuvor aus der Krise kommen.

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